Ich heiße Judy und bin jetzt ein reinrassiger Foxterrier. Als ich klein war, hat meine Mama immer gesagt: "Judy, das ist ein Mischling zwischen Foxterrier, Katze und Beißzange." Ich war schon eine ganz Süße.
Ich möchte euch hier erzählen, wie es dazu kam, dass ich bei meiner heutigen Familie einzog
Im Sommer 1999 hat meine Familie beschlossen, dass Timmy einen Spielgefährten bekommen soll. Es war von Anfang an klar, dass es wieder ein Foxterrier sein sollte. Und dass eine Hündin für Timmy besser wäre. Also begaben sie sich wieder auf die Suche nach einem Foxi. Sie haben etliche Welpen besucht. Schöne und auch weniger schöne Welpengehege haben sie dabei gesehen.
Ja, und dann fuhren sie an einem Sonntag Ende August 1999 wieder einen Welpen anschauen. Die Anlage war nicht das, was sie sich unter einer guten Welpenspielstube vorgestellt haben. Es lebten nicht nur wir Foxterrier auf dem Hof, sondern auch noch andere Rassen, und für meinen neuen Besitzer sah alles nicht sehr vertrauenserweckend aus.
Wir Foxis waren in einem Stall; unsere Welpenkiste war groß und sauber und wir waren noch zu viert. Unsere Mama saß mit uns in dieser Kiste, und war auch sehr zutraulich. Dann wurden wir aus der Kiste gelassen. Wir wuselten wild um sie herum. Neugierig wie wir Welpen nun einmal sind, beschnüffelten wir sie sehr intensiv. Ich gefiel ihnen besonders gut, also wurden die anderen wieder zurück in die Kiste gesetzt. Nun waren nur noch meine Mama und ich draußen. Und was machte ich? Ich ärgerte meine Mama, indem ich versucht habe, ihr in die Hinterbeine zu zwicken. Da hatte mein zukünftiges Herrchen sein Späßchen.
Mein zukünftiges Frauchen versuchte ihren Mann und ihre Kinder erst einmal von unserem Hof wegzubekommen. Aber keine Chance.
"Bezahl mal", sagte ihr Mann, "dann können wir gehen". Also wurde bezahlt und ich, gerade mal 8 Wochen alt, zog bei ihnen ein.
Und ich war eine Kreuzung zwischen Foxterrier und Beißzange. So klein ich auch war, ich benutzte sehr oft meine Zähnchen, um mich an ihnen festzuhalten.
Süß war ich ja auch noch. Wenn wir draußen spazieren gingen, blieben die Leute stehen, denn ich saß im Rucksack. Ich durfte ja noch nicht soviel laufen wie Timmy und alleine zu Hause lassen ging ja noch nicht. Zum Pipi machen oder auch um ein bisschen zu laufen, kam ich natürlich aus meinen Sack raus. Und die Leute, die mich sahen, lockten mich zu sich, um mich zu streicheln oder mich auf den Arm zu nehmen. Mein Frauchen konnte noch so oft sagen, sie möchte das nicht, es hat einfach nicht geklappt.
Obwohl ich jetzt ausgewachsen bin, hat sich da nichts dran geändert. Die Leute finden es einfach witzig, wenn ich an ihnen rumspringe. Aber mein Frauchen findet es nicht witzig und versucht das immer zu unterbinden. Aber die Reaktion ist immer gleich, "Lassen Sie sie doch, die ist doch so süß." Ich habe aber auch einen Charme, das ist nicht zu fassen. Selbst Frauchens Mutter, die garnicht begeistert war, das es einen 2. Hund gab, habe ich um meine kleine Pfote gewickelt.
Übrigens heute bin ich keine Beißzange mehr, sondern ein reinrassiger Foxterrier, den alle in ihr Herz geschlossen haben. Nur ich selber habe es noch nicht begriffen, dass ich keine Katze bin. Wenn man mich streichelt oder krault dann "schnurre" ich (hört sich an wie ein Löwe), und wer mich nicht kennt, denkt dann bestimmt 'Mein Gott, der Hund knurrt, wenn er gestreichelt wird, der ist bestimmt gefährlich'. Auch reibe ich meinen Kopf, wie eine Katze, an den Beinen von meinen Menschen.
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